Welche Heilpflanze blüht gerade?

In jeder Jahreszeit begegnen uns bei Spaziergängen Blüten und Pflanzen die homöopathisch genutzt werden können. Manche kennen wir, andere sind neu. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an Heilpflanzen, die in der jeweiligen Jahreszeit bzw. im aktuellen Monat blühen mit kurzen Hintergrundbeschreibungen. So erschließt sich die Welt der Heilpflanzen auch für Laien einfach, anschaulich und Stück für Stück.

Viel Spaß beim Suchen, Sammeln und Ausprobieren!

Januar: Heilpflanze des Steinbock-Monats: ChristroseHelleborus niger IMG_2707

Eine wunderschöne Saturnpflanze ist die Christrose (Helleborus niger). Sie blüht in der Steinbockzeit im tiefen Winter und fruchtet im Sommer. Homöopathisch kann sie träge Charaktere („couch potatos“) in Aktivität versetzen, Altersstarrsinn in Freude verwandeln oder die begleitenden Probleme bei Krebserkrankungen aufheben oder vermindern. Welch wunderschöne Spiegel schenkt die Natur uns Menschen! Wir können dankbar sein.

Februar: Heilpflanzen der Wassermann-Zeit Arnica montana IMG_3838

Die Heilpflanzen des Uranus stehen vor allem für systemische Heilungen des Nervenkostüms oder des Blutflusses: Arnika (Arnica montana) integriert den Menschen beispielsweise wieder nach Traumen und stumpfen Verletzungen, das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) oder das Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) organisieren den Blutfluss oder stoppen Blutungen, während z.B. in Verbindung mit Pluto (Macht und Ohnmacht) einige Nachtschattengewächse wieder verrückte Ideen integrieren können, so das Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) in Bezug auf Sexualität und den Herzrhythmus oder die Alraune (Mandragora officinalis) bei rheumatischer Tendenz in Bezug auf die Beweglichkeit und Schmerzfreiheit von Gelenken.

Uranisch nervenstärkend wirken auch Walnüsse (Junglans regia), Ginseng (Panax ginseng) und Ginkgo (Ginkgo biloba). Sie fördern die Gedächtnisleistung und stärken das Nervensystem. Manches Schüssler Salz wie z.B. Kalium phosphoricum entlastet das Herz; Magnesium phosphoricum löst Krämpfe und Schmerzen, in dem es harmonisiert und entspannt.

Lavendel (Lavandula officinalis) kann einen entspannten und beruhigenden Übergang in den Fische-Monat positiv unterstützen!

März: Themen des Fische-Monats mit seinem zugeordneten Herrscher Cheiron sind Heilungsthemen Papaver somniferum IMG_1060

Alle Heilungsthemen sind in diesem Monat wichtig. Insbesondere geht es in der Fische-Zeit darum, alten Ballast loszuwerden sowie Körper, Seele und Geist zu reinigen. Zum Beispiel können vegane Fastenwochen, Yoga oder auch eine regelmäßige Meditation gut tun!

Neptun steht für das Bewusstsein aufhellende Pflanzen wie z.B. Weihrauch (Boswellia carteri) und Myrrhe (Commiphora molmol), ferner für berauschende Giftpflanzen wie Schlafmohn (Papaver somniferum) und Hanf (Cannabis sativa). Regelmäßige Meditation könnte aber auf lange Sicht gesünder sein, einen klareren und dauerhafteren Zugang zur geistigen Welt zu erschaffen! Homöopathisch gesehen ist Opium dennoch ein geniales Mittel, Schmerzen zu löschen und uns wieder zu Hause fühlen zu lassen; es kann wahrhaftig Leben retten!

Typische einheimische Gewächse, die den Fischen und dem Element Wasser zugeordnet werden, wären z.B. Weiden (Salix spec.) oder auch das Sumpf-Mädesüß (Filipendula ulmaria). Beide enthalten Salicylate, die Schmerzen nehmen, Fieber senken und helfen, Körper, Seele und Geist wieder zusammenzufügen und zu integrieren, so dass ich mich wieder wohl und geborgen fühlen kann.

Als Schüssler-Salz kann auch Ferrum phosphoricum bei Erkältungen harmonisierend und ausgleichend wirken. Viel Freude bei der äußeren und inneren Reinigung im Fische-Monat!

 April: Neubeginn der Natur in der Widder-ZeitAconitum napellus IMG_0924

Zum Mars und zum Widder-Prinzip gehören Mineralien und Edelsteine, die unter großer Hitze entstanden sind, ferner vulkanische Gesteine, Eisenhaltiges und oft Steine mit roter Farbe. Das Metall des Mars ist das Eisen (Ferrum metallicum), aus dem Waffen und Werkzeuge geschmiedet werden. Im menschlichen Körper beherrscht Mars die roten Blutkörperchen, die Muskeln, die Galle und die männlichen Geschlechtsorgane. Das Schüssler-Salz Ferrum phosphoricum dämpft übermäßige Entzündungen und die Giftpflanze Eisenhut (Aconitum napellus) nimmt (natürlich homöopathisch verabreicht!) Panikattacken, Entzündungen, Fieber und plötzliche Schmerzen.

Wehrhafte Pflanzen mit Dornen, Stacheln und Brennhaaren wie zum Beispiel die Brennnessel (Urtica dioica) oder Disteln wie die Mariendistel (Carduus marianus) gehören ebenso zu Mars wie viele Giftpflanzen (die allerdings auch zum Saturn, Uranus, Neptun und Pluto gehören) – daher sollten die oft rot blühenden Marspflanzen immer auch vorsichtig dosiert werden!

Mai: Fruchtbarkeit zeigt sich im Stier-MonatCentaurium erythraea IMG_7662

Zum Venus und zum Stier-Prinzip gehören beispielsweise Wiesen und sanft gewelltes hügeliges Land, Uferauen, Lichtungen und fruchtbares Land, aber auch Bordelle (Venus als Kurtisane) und prachtvolle Barockbauten.

Das Venus-Metall ist das Kupfer (Cuprum metallicum). Es durchwärmt und bringt Körperphysiologie in ihre Ätherkraft. Zur Venus gehören so Mineralien oder Edelsteine wie Cuprit (Schilddrüse), Malachit (tonisiert die Niere), Dioptas (der Durchblick), Smaragd (Schönheit und Hormone) und Levico, das kupfer- und arsenhaltige Mineralwasser aus Italien zur Tonisierung der Nieren und des Kreislaufes.

Pflanzen der Venus sind harmonisch ausgebildete Kräuter mit harmonisch gerundeten Blättern, weich und lieblich mit betörendem Duft. Eine üppige Blütenausbildung ist eine Signatur der Venus. Folglich gehören dazu Pflanzen ohne Giftbildung mit auffallend vielen Rosengewächsen und Obstbäumen. Die bevorzugte Blütenfarbe ist rosa, weißrosa bis rosa-violett. Beispiele für Bäume sind Apfel, Granatapfel, Kirsche und Lärche, für Kräuter Gänseblümchen, Labkraut oder Melisse. In Bezug auf die Rosengewächse (Rosaceae) ist es sehr interessant zu beobachten, dass die ganze Pflanzenfamilie eine 2/5 Wirtelstellung der Blätter oder Blütenblätter zeigt, d. h. das fünfte steht wieder über dem zweiten Blatt – ein Pentagramm ergebend. Venus am Himmel verhält sich genauso: Dadurch, dass sie etwas langsamer als die Erde um die Sonne läuft, ergeben sich von der Erde aus betrachtet zu machen Zeiten Rückläufigkeiten und dann wiederum Vorläufigkeiten; diese Venusschleifen in ein Diagramm aufgetragen ergeben die sog. Venusschleifen, die sich ebenso wie ein Pentagramm anordnen. Rosengewächse tragen also die Signatur der Venus in sich! Die Naturheilkunde macht sich das dienstbar zum Beispiel in Form eines Arzneimittels bei Herzneurosen (die oft durch Abbruch von Beziehungen aller Art ausgelöst werden) mit den homöopathischen Bestandteilen Aurum metallicum präparatum (Gold, steht für die Sonne, meine Identität), Rosa damascena und Lavandula officinalis (Entspannung, Beruhigung). Eine angenehme Komposition, die wunderbar weiter hilft.

Pflanzen mit Bitterstoffen sind zudem oft marsianische Heilpflanzen, denn sie sind eine Wohltat für den Leber-Galle-Bereich. So kann ein Tee aus Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) – morgens heiß im Liegen im Bett getrunken – Schwangerschaftsübelkeit heilen oder auch für eine gute Verdauung sorgen. Ein typisches Marsgetränk ist auch der Kaffee (Coffea arabica) der Leber, Herz und Nieren anregt und den Eiweißstoffwechsel beschleunigt. Nicht jedem Organismus ist er zuträglich, so dass Suchtstrukturen unbedingt vermieden werden sollten. Besser wäre es, eine Grundsanierung der Leber vorzunehmen, um physiologisch einen klaren Kopf zu bekommen und sich so aktiv und ohne Doping dem Lebensfluss freudig hinzugeben. J

Juni: Die Kamille und der Mond Matricaria recutita IMG_7682

Wer jetzt Glück hat, geht seines Weges im lauen Sommerwind durch reifende Kornfelder und schnuppert einen aromatischen Duft in der Luft (falls nicht alle Kräuter durch Herbizide zerstört wurden): Die Kamille (Matricaria chamomilla) beschwingt uns und macht uns neuen Mut: Im lateinischen Namen steckt die „Mutter“ drin und so zeigt das Kraut eine wunderbare Wirkung nicht nur in der Phytotherapie bei Magenproblemen und Übelkeit: Homöopathisch wirkt die Kamille vor allem beim zahnenden, wütenden oder quengelnden Kleinkind, das nicht mehr weiß, was es eigentlich will, Zuwendung oder Abweisung? Die Kamille hilft Mutter und Kind, wieder zur Ruhe zu kommen und in sich selbst getragen zu sein (z.B. als D12). Wunderschön, wie viele radiärsymmetrische Korbblütler in der Homöopathie die Fähigkeit zeigen, Traumatisierungen oder Angespanntheiten zu überwinden, um wieder ins eigene Vertrauen zu kommen. Der weiße Strahlenkranz der Kamille repräsentiert in diesem Sinne das fahle Spiegellicht des Mondes, Mutter-Energie repräsentierend, die gelben Röhrenblüten der Mitte die Sonne, die eigene Initiative und Energie repräsentierend. So entsteht ein Getragensein zwischen Himmel und Erde, ein zentrierter Mensch.

Juli: Der Löwe zeigt sich

Wegwarte (Chicory)

Cichorium intybus IMG_1266Die Wegwarte begleitet uns Menschen im Hochsommer an vielen Straßenrändern mit ihren leuchtend blauen Blüten…. Die Sonne brennt auf die trockenen Säume nieder und trotzdem zeigt sie sich hier gern dem Menschen. Als Bachblüte (Chicory) steht sie für Offenherzigkeit und selbstlose Liebe; die positive Umsetzung des Löwe-Prinzips „Ich bin das und das bin ich…“ In ihrer Wurzel finden sich bittere Pflanzensubstanzen, die viel Freude in unserer Leber hervorrufen und uns zum „Leben“ erwecken: In schlechten Zeiten galt die geröstete Wurzel auch als Kaffeeersatz; zwar ohne Coffein, aber die Geselligkeit und Freude des gemeinsamen Trinkens war inbegriffen…

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Hypericum perforatum IMG_4786An Wegrändern, Rainen oder Hängen, auf die die Sonne direkt scheint, strahlen uns jetzt im Hochsommer die gelben, radiärsymmetrischen Blüten des Johanniskrautes (Hypericum perforatum) entgegen. Sie richten ihre gelben,
fünfstrahligen Köpfchen direkt zur Sonne. Johanniskraut war eine der Lieblingsheilpflanzen des Paracelsus und diente im Mittelalter vor allem als Wundheilpflanze. Zwickt man die Köpfchen ab, beginnen sie zu „bluten“; sinnbildlich ist das das Blut des später hingerichteten Propheten Johannes des Täufers, der auch Jesus getauft hat. Viele dieser Blütenköpfchen in Olivenöl eingelegt und über den Hochsommer in die Sonne gestellt, ergeben das sog. Rotöl, welches u.a. bei Gelenkschmerzen schmerzlindernd und heilend wirkt. Es bringt die eigene Identität Kraft und Freude zurück. Die Geburt des Johannes feiern wir noch immer am Johannistag (24.06.); zu dieser Zeit beginnt das Johanniskraut zu blühen und erfreut uns dann den ganzen Sommer lang. Hypericum kann zudem homöopathisch (z.B. in D30) als Verletzungsmittel sowie bei Nerven- oder Zahnschmerzen gut eingesetzt werden.

Viel Freude mit dem Johanniskraut beim Sammeln!

 August: Sonnenliebende Pflanzen Rosmarinus officinalis IMG_5810; Foto: W. K. Fischer

Sonnenpflanzen haben einen rhythmischen Aufbau und eine großzügige Samenbildung, oft mit fettigem Ölanteil, ätherischen Ölen oder Bitterstoffen. Man findet diese an Standorten, die trocken und warm sind. Sonnenpflanzen sind beispielsweise Johanniskraut (Hypericum perforatum), Thymian (Thymus vulgaris), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), Olivenbäume (Oliva europaea) und Wein (Vitis vinifera); sie gedeihen gut in voller Sonne und lieben Licht und Wärme. Alle diese Pflanzen tun den Nerven und dem Herzen gut. Pflanzen der Sonne haben aufrechte, majestätische und harmonische Gestalt. Zwar haben sie meist einen bitteren und feurig aromatischen Geschmack, aber alle diese Wohltäter-Pflanzen sind in der Regel ungiftig – vorausgesetzt wir genießen sie maßvoll…

September: Pflanzen und Mineralien im Jungfrau-Monat

Reinigende und entgiftende Leber-Pflanzen kommen in diesem Monat in Betracht. Die Artischocke wird beispielsweise jetzt reif und schmeckt vorzüglich. Sie hat Leber stärkende Eigenschaften, was zu einer Kräftigung des gesamten Stoffwechsels führt. Ferner kann an Mariendistelsamen gedacht werden, deren Inhaltsstoffe viele toxische Substanzen in der Leber abbauen und zur Ausscheidung bringen. Hier gibt es viele Fertigarzneimittel, die in Apotheken bezogen werden können. Wer mit Schüssler-Salzen arbeitet, kann mit Kalium sulfuricum ergänzen, welches dabei hilft, den Stoffwechsel zu entschlacken, um auf diese Weise wieder eine gute, gesunde und ausgewogene Nervenkraft herzustellen. Die Ernährung ist ggf. zu überprüfen. Bei Darmproblemen können ferner zur besseren Entgiftung Zeolithe gegeben werden, die toxische Substanzen adsorbieren.

 

Oktober: Heilpflanzen zur Waage-ZeitBerberis vulgaris IMG_8101

Heilsame Orte zur Waage-Zeit sind schöne Herbstwälder, in denen die Herbstsonne ihr Spiel einbringt und die Schönheit der Natur zu strahlen beginnt. Viel Freude beim Wandern!

Die Waage entspricht im Körper dem Nieren-Blasensystem, dem Becken und den Harnleitern. Manchmal wird auch die Bauchspeicheldrüse dazu gerechnet. Ist unsere Waage-Energie nicht in der Balance, sind Krankheitssymptome in erster Linie Nierenerkrankungen, Blasenentzündungen, Allergien und Hautprobleme. Partnerschaftskonflikte belasten zudem häufig energetisch und physisch das Nieren-Blasen-System und den unteren Rücken. Ggf. muss einerseits mit mehr Hingabe (Venus, Isis) oder auch Kommunikation (Merkur) gearbeitet werden, andererseits vielleicht auch mehr mit Stärke und Entscheidungskraft (Mars).

Zur Waage gehört das Venusmetall Cuprum metallicum (präparatum). Es bringt Harmonie und inneren Ausgleich. Dieses Metall in homöopathischer Dosis (z.B. in D6) ist oft ein guter Ansatz, mehr Durchwärmung, Integrität und innere Harmonie zu erlangen, insbesondere wenn diese durch äußere traumatische Ereignisse wie zum Beispiel dem Verlust von geliebten Menschen beeinträchtigt wurde.

Typische Waage-Heilpflanzen sind Pflanzen, die auf das Nieren-Blasen-System ausgleichend wirken wie Wacholder, Bärentraube, Heidelbeeren etc., ferner Pflanzen, die Harmonie ausstrahlen, wie die weiße Lilie (die Maria-Pflanze), Magnolien, Iris, Rosen und andere Zierpflanzen.Bei ständigen Blasenentzündungen kann auch in homöopathischer Dosis (z.B. in D6) wechselweise morgens mit Goldrute (Solidago) und abends Berberitze (Berberis) über mehrere Wochen oft sehr erfolgreich gearbeitet werden.

 

November: Skorpionzeit – Zeit der TransformationDatura stramonium IMG_1595

Während der Skorpionszeit ruht die Vegetation in den nördlichen Breiten. Sie überdauert in der Erde. Plutonische Pflanzen sind oft sehr giftig, wie z.B. die Nachtschattengewächse Stramonium (Stechapfel), Hyoscyamus (Bilsenkraut) oder Mandragora (Alraune). Sie sind auch als magische Hexenkräuter bekannt, die in mittelalterlichen Hexensalben verwendet wurden. Ferner gehören viele exotisch anmutende Pflanzen wie Orchideen oder Rachenblütler zum Skorpionsprinzip, wie z.B. Digitalis (Fingerhut), der den Herzrhythmus in der richtigen Dosierung heilen kann (Vorsicht giftig, nicht selbst ausprobieren). Die fleischfressenden Pflanzen sind an dieser Stelle zudem nicht zu vergessen! Als Bäume können Thuja occidentalis (Lebensbaum), Taxus baccata (Eibe, Totenbaum) oder Ficus carica (Feige, Baum des Lebens) dem Skorpionsprinzip zugerechnet werden. Ferner zeigen sich Liliengewächse ebenfalls als skorpionische Verwandlungskünstler: so die Herbstzeitlose (Colchicum autumnalis); sie blüht mit ihrer strahlend violetten „Krokusblüte“ im Oktober – November und schiebt ihre Blätter und Fruchtstände erst wieder im April – Mai zur Stierzeit aus der Erde. Ferner kann Lilium tigrinum, die Tigerlilie, genannt werden, die in der Homöopathie insbesondere bei sexuellen Schuldgefühlen verwendet wird und die moralische und sexuelle Integrität wieder herstellen kann. Mögen alle Menschen geliebt und gesegnet sein!

 

Dezember: Heilpflanzen in der Schütze-Zeit

Das Schütze-Prinzip wird assoziiert mit den Oberschenkeln, der Hüfte sowie der Leber. Typische Krankheitsbilder bei Imbalancen sind Leberprobleme, Hämorrhoiden, schlechte Entgiftung, Adipositas, Blutstoffwechselstörungen, Probleme mit Sehnen, Bändern und Gelenken, Bandscheibenprobleme etc. Jupiter steht zudem für die Beherrschung des Halbflüssigen, so neben der Leber auch von Sehnen, Knorpeln, Bändern und Gelenken. Die gute Funktion der Leber ist hier essentiell.

Das Jupitermetall Stannum metallicum (Zinn) hat eine Heilwirkung auf die Leber sowie alle halbfesten Knochenstrukturen (Sehnen, Bänder, Gelenke). Stannum metallicum gleicht polaren Prozesse von Übermaß und Mangel aus und vermittelt zwischen Anspannung und Entspannung.

Jupiterpflanzen sind repräsentative Pflanzen, die oft auch auf die Leber eine Wirkung haben, wie die Artischocke oder die Mariendistel oder der Löwenzahn. Auch blau blühende Pflanzen können dazugerechnet werden, wie die Wegwarte, die auch ein hervorragendes Bittermittel zur Anregung von Leberkräften ist. Jupiterbäume sind ausladende Kraftprotze wie Ahorn, der Walnüsse, Ross- oder Edelkastanien. Auch an Zeder, Wacholder oder Sandelholz kann gedacht werden, vor allem auch wegen der edlen Gerüche und Gewürze.

Viscum album IMG_2347

Die Mistel (Viscum album L.) wächst als Epiphyt und Halbschmarotzer vor allem auf Apfelbäumen, Tannen und Eichen. Zur Wintersonnenwende hin werden die ersten weißen Beeren reif, kurz drauf beginnt sie mitten im Winter zu blühen. So passt die Mistel wunderbar zur außen dunklen, aber innen lichtvollen und wachstumsorientierte Schützenzeit und zur Essenz der Steinbockzeit. Die Licht liebende Mistel braucht eine Lichtgeburt, sie symbolisiert so Neuorientierung und Neubeginn. Für Heilzwecke wird sie als Tee bei Bluthochdruck verwendet, vor allem jedoch zur Unterstützung des Menschen bei Krebserkrankungen aufbereitet: Geerntet wird hierfür häufig zur Sommer- und zur Wintersonnenwende, aus den heilkräftigen und fermentierten Säften der Mistel mit ihren Lektinen, Viscotoxinen und vielen weiteren Inhaltsstoffen werden dann in der Regel Injektionspräparate hergestellt. Schon bei den Kelten wurden heilkräftige Mischungen aus der Mistel gebraut (man denke an Miraculix). Die Wintersonnenwende hieß Jul und war der Geburtstag des Sonnengottes Baldur, der an diesem Tag die Dunkelheit besiegte und so bei den Kelten der Triumph des Lichtes über die Dunkelheit gefeiert wurde. So verspricht die Mistel Hoffnung und Heilung zugleich und passt hervorragend in die Schützenzeit. Sie hat eine jupiterhafte positive Energie: Küssen sich Liebende unter einem Mistelzweig, ist der Legende nach dieser Liebe eine weisheitsvolle, glückselige und ausdauernde Perspektive sicher.

 

 

Weitere Informationen zu Heilpflanzen und ihrer Wirkunsweise finden Sie auch im Buch „Welche Heilpflanze ist das?“ von Wolfgang K. Fischer